Bilanz ziehen – Kulturgutschutz seit Anna Amalia / Bundesamt wirbt für systematische Vorbereitung auf Krisen

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Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Leipzig/Bonn (ots) –

Sperrfrist: 08.11.2018 12:00
Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der
Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist.

Sind die Kulturgut bewahrenden Einrichtungen aktuell gut vorbereitet,
um die ihnen anvertrauten Schätze zu beschützen? Mit dieser Frage
beschäftigen sich heute am Donnerstag, 8. November, in Leipzig
Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen, die in den
vergangenen Jahren mit Katastrophen konfrontiert waren – das
Elbhochwasser in Dresden 2002, der Brand der Anna Amalia Bibliothek
2004 in Weimar oder der Einsturz des Stadtarchivs in Köln 2009. Sie
berichten während des Podiumsgesprächs „Bilanz ziehen –
Kulturgutschutz seit Anna Amalia“ darüber, wie sie die dramatischen
Ereignisse bewältigt haben. Thema der Bilanz ist aber auch, welche
Konsequenzen aus diesen Erfahrungen gezogen wurden, was der
Kulturgutschutz in Deutschland von den Erkenntnissen lernen konnte
und wie er sich im letzten Jahrzehnt weiterentwickelt hat.

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Initiativen kommen häufig „von unten“

Zwei Erkenntnisse haben sich dabei herauskristallisiert: Zum einen
ist es unter den Gesprächsteilnehmern unbestritten, dass ohne
adäquaten Kulturgutschutz unersetzliche Verluste für unsere Kultur
und Identität drohen. Das haben die verschiedenen Unglücke in
Dresden, Weimar und Köln gezeigt. Erst vor zwei Monaten zerstörte ein
Brand viele Exponate des Nationalmuseums in Rio für immer. Eine
weitere gemeinsame Erfahrung ist, dass es seit den katastrophalen
Ereignissen zahlreiche positive Entwicklungen gegeben hat: Zugänge
für die Feuerwehr wurden verbreitert und Ausrüstung wie Gummistiefel,
Taschenlampen, Funkgeräte und Plastikabdeckungen beschafft. Insgesamt
ist der Stellenwert für die Sicherheitsarbeit in Kultureinrichtungen
gestiegen, bilanziert das Podium. Diese Maßnahmen waren und sind
jedoch größtenteils als „Bottom-up-Initiative“ durch die Betroffenen
und Verantwortlichen selbst initiiert und getragen. Ein Beispiel
dafür sind die Notfallverbünde, die sich seit den genannten
Katastrophen gegründet haben.

Die katastrophalen Ereignisse in Weimar und Dresden waren zudem
Ausgangspunkt zur Entwicklung des SiLK – SicherheitsLeitfadens
Kulturgut, der Sammlungseinrichtungen bei der Evaluation und
Optimierung ihres Sicherheitsstandards unterstützt und damit einen
wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Schutz unserer Kulturgüter
leistet.

Von Erfolgen der allgemeinen Gefahrenabwehr lernen

An dieser Stelle setzt der Vorschlag des Bundesamtes für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) an, systematische
Risikoanalysen für den Kulturbereich zu etablieren, wie sie in
anderen Bereichen der Gefahrenabwehr mittlerweile Standard sind. „Wir
möchten die Kultureinrichtungen ermutigen, ihre vorbeugenden
Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu systematisieren, sich mit den
Gefahrenabwehrbehörden vor Ort zu vernetzen und gemeinsame Übungen
abzuhalten“, sagt BBK-Präsident Christoph Unger bei der Eröffnung
über das Ziel der Veranstaltung.

Der kanadische Experte Robert Waller arbeitet seit den 1990er
Jahren zu dem Thema und teilt während eines ganztägigen Workshops
während der Tagung seine Erfahrungen mit den Teilnehmenden.

„Im Bereich der lebensnotwendigen Versorgung der Bevölkerung, den
sogenannten Kritischen Infrastrukturen, wird das systematische
Risiko- und Krisenmanagement schon seit Jahren erfolgreich
praktiziert. Die vielen kleinen und großen Erfolge der Methode im
Bereich der Kritischen Infrastrukturen machen es sehr wahrscheinlich,
dass eine Übertragung der Methoden auf die Gefahrenabwehr im
Kulturbereich ganz erhebliche Vorteile bringen würde“, sagt Christoph
Unger.

Hintergrund: Bundesangelegenheit Kulturgutschutz

Die Zuständigkeit für kulturelle Angelegenheiten liegt gemäß dem
Grundgesetz bei den Ländern. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe hat als Zivilschutzbehörde die Zuständigkeit für
die Umsetzung der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei
bewaffneten Konflikten.

Bewaffnete Konflikte, also Kriege, sind zwar sehr
unwahrscheinlich, die Haager Konvention schreibt jedoch fest, dass
vorbereitende Maßnahmen zum Schutz von Kulturgut schon in
Friedenszeiten zu treffen sind. Mit diesem Auftrag richtet sich das
BBK mit regelmäßigen Veranstaltungen an die Länder. Ziel ist es,
dafür zu sensibilisieren, dass vorbereitende Maßnahmen zum Schutz von
Kulturgut getroffen werden müssen.

Das Podiumsgespräch ist Teil der 5. Internationalen Tagung
„Kultur!Gut!Schützen!“ für Sicherheit und Katastrophenschutz für
Museen, Archive und Bibliotheken in Leipzig. Sie wird gemeinsam
veranstaltet vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe und SiLK – Sicherheitsleitfaden Kulturgut.

Teilnehmende des Podiums sind:
Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe
Andreas Rümpel, Leitender Stadtdirektor und Amtsleiter Brand- und
Katastrophenschutzamt Dresden
Dr. Bernhard Post, Leiter Landesarchiv Thüringen, Weimar
Dr. Ulrich Fischer, Stv. Leiter Historisches Archiv der Stadt Köln
Prof. Mario Glauert, Leiter der Abt. I Zentrale Dienste,
Brandenburgisches Landeshauptarchiv
Dr. Johannes Kistenich-Zerfaß, Abteilungsleiter Staatsarchiv
Darmstadt
Almut Siegel, SiLK-SicherheitsLeitfaden Kulturgut

Bitte akkreditieren Sie sich in der Pressestelle unter dem
angegebenen Kontakt. Akkreditierungen sind wegen des Zugangs zur
Messe unbedingt nötig!
Wann: Donnerstag, 08.11.2018, 10 Uhr
Wo: Leipziger Messe, Messehaus, M1 und M2

Pressekontakt:
Pressesprecherin Marianne Suntrup
pressestelle@bbk.bund.de
0228-99550-1150/-1180

Original-Content von: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, übermittelt durch news aktuell

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