Gift in Kinderschuhen: Kampagne Change Your Shoes fordert branchenweite Konsequenzen nach Rückrufaktion

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INKOTA-netzwerk e.V.

Berlin/Bonn (ots) – Unabhängige Prüfstellen haben Mitte Februar
das gesundheitsgefährdende und in Europa verbotene Chrom VI in
Kinderschuhen des Herstellers Ricosta nachgewiesen. Die Kampagne
Change Your Shoes fordert deshalb erneut und mit Nachdruck eine
branchenweite Umstellung der Schuh- und Lederproduktion hin zu einer
Herstellung, die ArbeiterInnen, VerbraucherInnen und die Umwelt
konsequent schützt. Der Fall Ricosta belegt, dass die Gerbung mit
Chrom v.a. bei Kinderschuhen weiter hohe Risiken beinhaltet. Ricosta
hat vergangene Woche eine Rückrufaktion gestartet – die Schuhe waren
aber bereits zwei Jahre im Handel.

„Für VerbraucherInnen ist es ein Skandal, dass wiederholt der
EU-weit geltende Grenzwert von maximal drei Milligramm Chrom VI pro
Kilogramm Leder überschritten wurde“, sagt SÜDWIND-Mitarbeiter Anton
Pieper. „Es ist gut, dass Ricosta den Rückruf gestartet hat, und dass
das Prüfsystem offenbar funktioniert. Der Fall macht aber deutlich,
dass Unternehmen in der Schuh- und Lederbranche hinsichtlich höherer
sozialer und ökologischer Standards in ihren Wertschöpfungsketten
dringend nachbessern müssen. Etwa 85 Prozent des weltweit
hergestellten Leders wird mit Chrom gegerbt.“

„Für die Menschen, die das Leder gerben und Schuhe herstellen ist
die Situation noch dramatischer als für die VerbraucherInnen in
Deutschland und Europa“, sagt Berndt Hinzmann von der
Entwicklungsorganisation INKOTA. „Die Beschäftigten kommen mit den
giftigen Substanzen regelmäßig in Kontakt und atmen die giftigen
Dämpfe ein. Die Abwässer und Böden sind hochgradig verseucht.“
Bereits mit der Studie ‚Zeigt her Eure Schuhe‘ hatte die Kampagne
Change Your Shoes 2017 die dramatischen Folgen der Chrom-Gerbung in
Indien aufgedeckt und die Branche mit den Problemen konfrontiert.

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„Es müssen weitreichendere Maßnahmen in der gesamten Branche
folgen“, so Pieper weiter. „Der Verband, HDS/L und die
Unternehmens-Initiative CADS haben vergangenes Jahr versprochen, die
Herausforderungen anzugehen. Es bedarf jedoch endlich konkreter
Maßnahmen, damit die Menschen und die Umwelt nicht weiter geschädigt
werden.“

Chrom VI kann bei der Chromgerbung entstehen, beispielsweise unter
Einfluss von Feuchtigkeit oder hohen Temperaturen. Unter diesen
Bedingungen können aus Chrom III hochallergene und krebserregende
Chrom-VI-Verbindungen entstehen. Die Bildung von Chrom VI lässt sich
lediglich einschränken, jedoch kaum verhindern. Auch bei der Lagerung
von chromgegerbtem Leder kann sich Chrom III zu Chrom VI wandeln.

Studie Zeigt her Eure Schuhe: https://webshop.inkota.de/node/1523

Pressekontakt:
Berndt Hinzmann, INKOTA-netzwerk, Mobil: +49 (0)160 94 69 87 70,
hinzmann@inkota.de

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https://www.presseportal.de/pm/70663/4202977

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