Kölner Stadt-Anzeiger: Radsport-Idol Eddy Merckx auch im hohen Alter aktiv/Tour-de-France-Sieger von 1969 fährt wöchentlich 200 Kilometer Rad/“Wille zu glänzen“ als Karriere-Antrieb

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Kölner Stadt-Anzeiger

Köln (ots) – Das belgische Radsport-Idol Eddy Merckx fährt auch im
hohen Alter und mit Herzschrittmacher noch regelmäßig Rad. „Ich bin
in toller Form, auch wenn ich im vergangenen September eine Operation
an der Hüfte hatte, weil mir da eine Sehne gerissen war“, sagte der
74-Jährige dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag-Ausgabe). „Radfahren
klappt auf jeden Fall sehr gut. Ich fahre zwei bis drei Mal pro
Woche. Jeweils so um die 70 Kilometer, mehr nicht. Ich fahre mit
alten Teamkollegen, das ist immer eine schöne Gelegenheit, sich zu
treffen und Spaß zu haben“, so Merckx. Zu Ehren des erfolgreichsten
Radsportlers aller Zeiten startet die 106. Tour de France an diesem
Samstag Merckx‘ Heimatstadt Brüssel. Zu seiner Rolle als
„Tour-Botschafter“ sagte Merckx: „Ein Geschenk ist das nicht. Das ist
mit viel Stress für mich verbunden, weil ich plötzlich wieder im
Mittelpunkt stehe, das ist nicht immer leicht. Aber klar: Ich bin
schon stolz darauf.“ „Mein Ziel war es, der beste Fahrer meiner
Generation zu sein. Und das war ich. Das war mir wichtig“, sagte
Merckx über seine Glanzzeit Ende der 1960er bis Mitte der 1970er
Jahre. Er sei vom Willen getrieben gewesen, zu glänzen. „Der schönste
Erfolg meiner Karriere war mein erster Tour-Sieg 1969. In jenem Jahr
bin ich wirklich richtig gut gefahren, da ist mir alles zugefallen,
da fiel es mir leicht, die Schwierigkeiten zu meistern. Das war die
beste Phase meiner Karriere.“ Vor 50 Jahren bekam Merckx auf der Tour
de France auch zum ersten Mal das Gelbe Trikot als Führender in der
Gesamtwertung überreicht, für ihn bis heute ein besonderes Stück
Stoff: „Das ist ein Trikot, das ich wirklich liebe. Es ist ein
Symbol, ein Mythos, für mich steht es für Erschöpfung und Leiden,
aber auch für Siege und Glück. Das hängt alles zusammen.“ Für die
diesjährige Tour geht Merckx von einem Sieg des Ineos-Teams aus: „Ich
hätte auf den Briten Chris Froome getippt. Aber nun ist er verletzt.
Jetzt wird es spannend. Doch auch ohne Froome ist dessen
Ineos-Mannschaft mit Vorjahressieger Geraint Thomas und mit dem
jungen Egan Bernal sehr stark besetzt. Für den Rest wird es schwer.“

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