neues deutschland: Armutsforscher Butterwegge sieht „Mentalitätswandel“ im Fall des wegen Tafelbezugs gekürzten Wohngelds

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neues deutschland

Berlin (ots) – Für den Armutsforscher Christoph Butterwegge
manifestiert sich an dem Fall des Wohngeld-Beziehenden aus
Berlin-Lichtenberg, dessen Leistung wegen Tafelessens gekürzt wurde,
ein grundsätzlicher Mentalitätswandel in Deutschland. »Dass nun eine
solche ergänzende Leistung als Ersatz für eine sozialstaatliche
Leistung gewertet wird, hat eine neue Qualität«, sagte Butterwegge
der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »neues deutschland«
(Onlineausgabe). Armut werde seit den Hartz-Reformen potenziell
kriminalisiert, so Butterwegge. »Es hat eine strafende und
kontrollierende Sicht auf Betroffene in das deutsche Recht – aber
scheinbar auch in die Gesellschaft – Einzug gehalten.«

Der Bezirksbürgermeister von Lichtenberg, Michael Grunst (LINKE),
erklärte »neues deutschland«, dass er dem Fall dem Rechtsamt
vorgelegt habe und bis Donnerstag auf Prüfung hoffe. »Ich halte die
Kürzung für absurd. Beim Jobcenter wird das nicht angerechnet, wieso
sollte es nun beim Wohngeld so sein?«, betonte Grunst.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass das Bezirksamt in
Berlin-Lichtenberg einem Wohngeldberechtigen die Leistung um 100 Euro
monatlich gekürzt hatte, weil er Lebensmittel von der Tafel erhielt.
Dort arbeitete der Betroffene auch ehrenamtlich mit.

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