Weser-Kurier: Kunstrasenplatz-Verbot bedroht Vereine

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Weser-Kurier

Bremen (ots) – Das von der Europäischen Union geplante Verbot von
Kunstrasenplätzen mit Gummigranulat ab 2021 stellt viele Sportvereine
nicht nur in Bremen und Niedersachsen vor große Probleme. Die EU
bereitet derzeit ein Gesetz vor, dass die Verwendung von bewusst
zugefügtem Mikroplastik verbieten soll. Das hätte nicht nur
drastische Konsequenzen für die Sportinfrastruktur in Bremen und
Umgebung, sondern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Nach
Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wären bundesweit
über 5000 Plätze von einem Verbot betroffen, da auf diesen Flächen
Gummigranulate verwendet werden.

Anja Stahmann (Grüne), die als Bremer Sportsenatorin derzeit auch
Vorsitzende der Sportministerkonferenz ist, hat die Problematik
„Mikroplastik auf Kunstrasenplätzen“ jetzt zur Chefsache erklärt. In
einem Brief an die EU im Namen aller deutschen Sportminister, der dem
WESER-KURIER vorliegt, begrüßt sie zwar grundsätzlich das Bestreben,
das biologisch kaum abbaubare Mikroplastik in die Umwelt drastisch zu
vermindern. Sie weist jedoch daraufhin, „dass sich ein derartig
kurzfristiges Verbot von Granulaten auf Kunstrasenflächen ohne
massive Folgen für den Sport nur bei Neuanlagen umsetzen lässt“. Für
Altanlagen sei deshalb eine Übergangsfrist erforderlich, wie sie die
Europäische Chemikalienagentur auch für andere Produkte mit
zugefügten Kunststoffen vorsehe. Im Gespräch ist demnach eine
Sechs-Jahres-Frist, in der die Plätze entsprechend umgerüstet werden
können und dann frei von den schädlichen Mikroplastiken wären. Die
dafür benötigten Gelder müssten dann aus Sportfördermitteln
bereitgestellt werden. Auch der DOSB und der Deutsche Fußball-Bund
(DFB) sprechen sich für solch eine Übergangsfrist aus.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Markus Peters
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

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